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Finanzen verstehen. Zukunft gestalten.
  • 01.04.2025
  • 5 Minuten

Kontodaten sicher übermitteln: Was kann ein Fremder mit meiner IBAN machen?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter Umständen reicht Ihre IBAN allein aus, um Geld von Ihrem Konto abzuheben oder online einzukaufen.
  • Beim Weitergeben von Kontodaten besteht vor allem das Risiko unberechtigter Lastschriften, die Sie jedoch zurückbuchen können.
  • Sie sollten darauf achten, Ihre Kontodaten sicher zu übermitteln und nur an vertrauenswürdige Empfänger anzugeben.

In welchen Situationen ist das Weitergeben von Kontodaten unbedenklich?

Ihre Kontodaten (IBAN, Kontoinhaber, BIC) weiterzugeben gehört in vielen Fällen zum normalen Zahlungsverkehr und ist vollkommen legitim. Typische Beispiele sind:

  • Gehaltszahlungen durch den Arbeitgeber

  • Rückerstattungen von Online-Shops

  • Überweisungen im privaten Umfeld

  • Verträge (z. B. Strom, Internet oder Versicherungen)

Wenn Sie wissen, an wen Sie Ihre Daten übermitteln und warum diese benötigt werden, ist das Angeben Ihrer Bankverbindung in der Regel unbedenklich.

Kontodaten weitergeben: Was kann passieren?

Auch wenn die Weitergabe von Kontodaten im Alltag häufig erforderlich ist, sollten Sie mögliche Risiken im Blick behalten. In Einzelfällen kann es zu unberechtigten Lastschriften kommen. Außerdem können Ihre Daten missbräuchlich verwendet werden, wenn sie mit weiteren persönlichen Informationen wie Name und Geburtsdatum kombiniert werden. So könnten sich Dritte unbefugt Zugang zu weiteren Diensten verschaffen oder Verträge in Ihrem Namen abschließen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass Dritte unter Verwendung Ihres Namens und Ihrer IBAN bei einigen Händlern Einkäufe auf Rechnung tätigen. Dies kann zur Folge haben, dass es bei Ihnen zu negativen Bonitätseinträgen kommt. Hinzu kommen Phishing-Versuche und andere Online-Banking-Betrugsmaschen, bei denen Kriminelle versuchen, unter einem glaubwürdigen Vorwand an Ihre Bankdaten zu gelangen.

Besondere Vorsicht ist deshalb geboten bei:

  • unbekannten Webseiten oder Online-Shops

  • unerwarteten E-Mails oder Nachrichten (z. B. bei WhatsApp)

  • Gewinnspielen oder ungewöhnlichen Angeboten

  • angeblichen Anfragen von Banken oder Behörden

Welche Kontodaten sollte man nicht weitergeben?

Während Angaben wie IBAN und Kontoinhaber für den Zahlungsverkehr erforderlich sind, gibt es andere Daten, die grundsätzlich vertraulich bleiben müssen. Folgende Informationen sollten Sie daher nicht oder nur in absoluten Ausnahmefällen weitergeben:

  • PIN (Persönliche Identifikationsnummer): Diese ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt. Weder Banken noch seriöse Unternehmen werden Sie jemals danach fragen.

  • TAN (Transaktionsnummer): TANs dienen der Freigabe von Zahlungen und sollten niemals an Dritte weitergegeben werden – auch nicht telefonisch oder per E-Mail.

  • Zugangsdaten zum Online-Banking: Benutzername und Passwort ermöglichen direkten Zugriff auf Ihr Konto und gehören zu den sensibelsten Informationen überhaupt.

  • Kreditkartendaten inklusive Prüfnummer (CVC/CVV): Diese Daten sollten Sie nur auf sicheren und vertrauenswürdigen Webseiten eingeben.

  • Kopie des Personalausweises: Diese wird nur in bestimmten Fällen benötigt, etwa bei der Kontoeröffnung. In falschen Händen kann sie für Identitätsmissbrauch genutzt werden.

    Grundsätzlich gilt: Wenn eine Anfrage ungewöhnlich wirkt oder mehrere sensible Daten gleichzeitig abgefragt werden, sollten Sie besonders vorsichtig sein.

Was kann ein Fremder mit meiner IBAN machen?

Ihre IBAN wird im Zahlungsverkehr vor allem dazu genutzt, Geld eindeutig einem Konto zuzuordnen. Wer Ihre IBAN kennt, kann Ihnen also Geld überweisen. Sie kann außerdem genutzt werden, um eine SEPA-Lastschrift (Abbuchung von Ihrem Konto) zu veranlassen. Auch das ist grundsätzlich ein normaler und alltäglicher Vorgang, zum Beispiel bei Verträgen oder regelmäßigen Zahlungen.

Ein Risiko entsteht erst dann, wenn Kontodaten an unseriöse Stellen geraten und für eine unberechtigte Lastschrift genutzt werden. 

Wichtig: Lastschriften können innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgebucht werden. Bei unberechtigten Lastschriften gilt sogar eine Frist von bis zu 13 Monaten. 

Unberechtigte Abbuchung: Was jetzt zu tun ist.

Wenn Sie eine Abbuchung feststellen, die Sie nicht zuordnen können, sollten Sie strukturiert vorgehen:

  1. Abbuchungen prüfen: Kontrollieren Sie Zahlungsempfänger, Betrag und Buchungsdatum.
  2. Lastschrift zurückbuchen: Unberechtigte Abbuchungen können Sie problemlos zurückgeben. In vielen Fällen ist die entsprechende Funktion bereits ersichtlich, wenn Sie in Ihrem Online-Banking die jeweilige Buchung öffnen. Wie die Rückgabe im Einzelnen funktioniert, hängt vom inidviduellen Bankanbieter ab.
  3. Bank informieren: Melden Sie verdächtige Vorgänge an Ihre Bank, damit weitere Maßnahmen geprüft werden können.
  4. Konto weiterhin beobachten: Behalten Sie Ihre Umsätze im Blick, um weitere Auffälligkeiten zu erkennen.

Wenn es in Einzelfällen zu Streitigkeiten kommt, sich der Sachverhalt mit dem Zahlungsempfänger oder Dienstleister nicht klären lässt, können Betroffene bei einer unberechtigten Abbuchung auch rechtlich dagegen vorgehen.

Kann jemand mit meiner Kontonummer Geld abheben?

Mit Ihrer Kontonummer oder IBAN allein kann niemand Geld abheben. Für einen tatsächlichen Zugriff auf Ihr Konto sind immer zusätzliche Sicherheitsmerkmale erforderlich, zum Beispiel:

  • Online-Banking-Zugangsdaten

  • TAN oder App-Freigaben

  • PIN bei Kartenzahlungen

Ohne diese Faktoren ist ein Zugriff auf Ihr Konto nicht möglich. Selbst wenn Sie Ihre Bankverbindung angeben, bleibt Ihr Konto geschützt.

Online-Zahlungen: Kann jemand mit meinen Bankdaten im Internet einkaufen?

Ja, sofern ein Händler das SEPA-Lastschriftverfahren anbietet, reichen in der Regel die Angabe der IBAN sowie der Name des Kontoinhabers aus. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass Dritte diese Daten missbräuchlich für Einkäufe im Internet verwenden – auch wenn dies verboten ist.

Kontodaten sicher übermitteln: So gehen Sie richtig vor.

Wer seine Kontodaten sicher übermitteln möchte, sollte nicht nur auf technische Sicherheit achten, sondern vor allem auf den richtigen Umgang im Alltag. Mit einigen einfachen Grundregeln lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

  1. Nur an vertrauenswürdige Empfänger weitergeben.

    Geben Sie Ihre Bankverbindung ausschließlich an Personen, Unternehmen oder Institutionen weiter, deren Seriosität Sie einschätzen können. Besonders bei unbekannten Kontakten oder neuen Online-Anbietern lohnt sich ein kurzer Sicherheitscheck, bevor Sie Ihre Daten teilen.
  2. Keine sensiblen Zusatzdaten preisgeben.

    Während die IBAN für viele Vorgänge notwendig ist, gilt das nicht für andere Informationen. Sie sollten insbesondere PIN, TAN oder Online-Banking-Zugangsdaten schützen und grundsätzlich niemals weitergeben.
     
    In der Regel sind nur wenige Angaben notwendig:
    – IBAN
    – Name des Kontoinhabers
    – ggf. BIC bei internationalen Zahlungen
     
    Weitere sensible Daten sind für normale Zahlungen nicht erforderlich und sollten nicht weitergegeben werden.
  3. Sichere Übertragungswege bevorzugen.

    Wenn möglich, sollten Sie Ihre Kontodaten über offizielle oder verschlüsselte Kanäle übermitteln. Dazu zählen etwa Kundenportale, sichere E-Mail-Verbindungen oder verifizierte Formulare. Messenger-Dienste sollten nur in vertrauenswürdigen Fällen genutzt werden.
  4. Kontoaktivitäten regelmäßig überprüfen.

    Ein regelmäßiger Blick auf Ihre Kontoauszüge hilft dabei, ungewöhnliche Buchungen frühzeitig zu erkennen. So können Sie im Ernstfall schnell reagieren und mögliche Schäden begrenzen.
  5. Im Zweifel lieber zurückhaltend sein.

    Wenn Ihnen eine Anfrage ungewöhnlich erscheint oder unter Zeitdruck erfolgt, sollten Sie keine Kontodaten angeben. Ein gesundes Maß an Skepsis ist einer der effektivsten Schutzmechanismen im Alltag.

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