Falschgeld erkennen – so prüfen Sie Geldscheine sicher und zuverlässig.
Das Wichtigste in Kürze:
- Falschgeld erkennen ist einfacher, als viele denken: Mit der Kombination aus Fühlen, Sehen und Kippen lassen sich die meisten Fälschungen bereits im Alltag identifizieren.
- Euro-Banknoten verfügen über zahlreiche Sicherheitsmerkmale, die sich ohne technische Hilfsmittel prüfen lassen und regelmäßig weiterentwickelt werden.
- Wer Falschgeld erhält, sollte besonnen handeln: Das Weitergeben gefälschter Geldscheine ist strafbar – der richtige Umgang schützt vor rechtlichen Konsequenzen.
Warum ist es wichtig, Falschgeld selbst erkennen zu können?
Falschgeld kann jedem begegnen – im Einzelhandel, beim privaten Verkauf oder im alltäglichen Zahlungsverkehr. Auch wenn Kartenzahlung und Online-Banking heute eine immer größere Rolle spielen, wird gerade bei kleineren Beträgen, im privaten Umfeld oder auf Reisen weiterhin häufig bar bezahlt. Auch wenn das Gesamtaufkommen in Deutschland als moderat gilt, zeigen aktuelle Fälle, dass gefälschte Banknoten regelmäßig in Umlauf gebracht und nicht ersetzt werden. So wurden allein in Baden-Württemberg im Jahr 2024 rund 72 400 falsche Euro-Banknoten registriert – das entspricht rechnerisch etwa acht gefälschten Scheinen pro 10 000 Einwohner.1
Auch wenn diese Zahl im Verhältnis zur Gesamtmenge von rund 30 Milliarden Euro-Banknoten im Euroraum2 gering ist, bedeutet ein einziger falscher Schein für Betroffene einen direkten finanziellen Verlust.
Wer weiß, wie man Falschgeld erkennt, kann Geldscheine rechtzeitig prüfen, Schäden vermeiden und zur Sicherheit des Zahlungsverkehrs beitragen. Die gute Nachricht: Die Echtheit von Geldscheinen zu prüfen ist mit etwas Aufmerksamkeit auch ohne Vorkenntnisse möglich.
Falschgeld erkennen: Die wichtigsten Merkmale im Überblick.
Euro-Banknoten sind mit einer Vielzahl moderner Sicherheitsmerkmale ausgestattet, die gezielt vor Fälschungen schützen. Die Europäische Zentralbank empfiehlt dafür eine einfache und bewährte Methode: Fühlen – Sehen – Kippen. Diese drei Schritte lassen sich schnell anwenden und bieten eine zuverlässige Grundlage, um Geldscheine auf Echtheit zu prüfen.
Fühlen: Das besondere Papier erkennen.
Echte Banknoten bestehen aus speziellem Baumwollpapier, das sich deutlich von herkömmlichem Papier unterscheidet. Es fühlt sich fest, griffig und leicht rau an.
Typische Merkmale echter Geldscheine sind:
– spürbarer Reliefdruck, etwa bei dem Schriftzug der Europäischen Zentralbank oder dem Hauptmotiv
– fester, widerstandsfähiger Untergrund, der weder schlaff noch wachsig wirkt
Wirkt der Geldschein ungewöhnlich glatt oder weich, kann dies ein Hinweis auf gefälschtes Geld sein. Das Ertasten ist daher ein erster, wichtiger Schritt, um Geld auf Echtheit zu prüfen.Sehen: Sicherheitsmerkmale gegen das Licht prüfen.
Halten Sie den Geldschein gegen eine Lichtquelle, zum Beispiel eine Lampe oder ein Fenster. Dabei werden mehrere zentrale Sicherheitsmerkmale sichtbar, die sich nur schwer nachahmen lassen.
Achten Sie auf:
– Wasserzeichen mit Motiv und Wertzahl
Das Wasserzeichen befindet sich im hellen, unbedruckten Bereich des Geldscheins. Es zeigt ein Porträtmotiv sowie die entsprechende Wertzahl und ist nur im Gegenlicht sichtbar. Bei echten Banknoten wirkt es weich schattiert und nicht aufgedruckt.
– Sicherheitsfaden
Der Sicherheitsfaden erscheint im Gegenlicht als dunkle, durchgehende Linie, die senkrecht durch den Geldschein verläuft. In ihm sind kleine Schriftzüge oder die Wertzahl klar erkennbar.
– Durchsichtsregister
Kleine Druckelemente auf Vorder- und Rückseite ergänzen sich im Gegenlicht passgenau zu einer vollständigen Wertzahl. Stimmen die Elemente nicht exakt überein, kann dies auf Falschgeld hinweisen.Kippen: Optische Effekte erkennen.
Kippen Sie den Geldschein leicht hin und her und beobachten Sie dabei die Oberfläche. Bestimmte Elemente verändern dabei sichtbar ihr Aussehen.
Wichtige Hinweise sind:
– Glänzende Hologramme mit Motiv- und Farbwechsel
Auf der Vorderseite befindet sich ein Hologrammstreifen oder -feld. Beim Kippen wechseln Motiv und Farben klar und fließend.
– Smaragdzahl mit Licht- und Farbeffekt
Die große Wertzahl auf der Vorderseite ändert beim Kippen ihre Farbe, etwa von Grün zu Blau. Zusätzlich bewegt sich ein heller Lichtbalken über die Zahl.
Fehlen diese Effekte oder wirken sie unscharf, sollten Sie skeptisch sein.
Schnelltest: Falschgeld im Alltag erkennen.
Wer sich fragt, wie sich Falschgeld ohne Gerät erkennen lässt, kann im Alltag einen kurzen Schnelltest durchführen:
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Fühlt sich das Papier ungewöhnlich glatt oder weich an?
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Sind Wasserzeichen und Sicherheitsfaden klar und deutlich sichtbar?
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Zeigen Hologramm und Smaragdzahl einen sauberen Farbwechsel?
Je mehr Abweichungen auftreten, desto wahrscheinlicher handelt es sich um Falschgeld.
Falschgeld erkennen mit Gerät: Wann technische Hilfsmittel sinnvoll sind.
Vor allem im Handel oder bei häufigem Bargeldkontakt kommen technische Prüfmittel zum Einsatz. Sie können das Falschgeldprüfen erleichtern, ersetzen jedoch nicht die grundlegende Sicht- und Tastprüfung.
Gängige Hilfsmittel sind:
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UV-Lampen, die fluoreszierende Sicherheitsmerkmale sichtbar machen
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Falschgeldprüfer, die Magnet-, Infrarot- oder UV-Merkmale prüfen
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kombinierte Falschgeldprüfgeräte für den professionellen Einsatz
Erkennt der Geldautomat oder Einzahlungsautomat Falschgeld?
Geldautomaten und Einzahlungsautomaten sind in der Lage, Falschgeld zu erkennen. Moderne Geräte, insbesondere an Bankfilialen und Zahlungsterminals, verfügen über eingebaute Sensoren für zahlreiche Sicherheitsmerkmale. Wird Falschgeld identifiziert, wird der betreffende Schein in der Regel einbehalten und nicht ausgezahlt oder gutgeschrieben. Dies schützt sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen vor Schäden und zeigt, dass technische Prüfverfahren das Erkennen von Falschgeld im Alltag wirkungsvoll unterstützen.
Welche Geldscheine sind besonders häufig betroffen?
Statistiken zeigen, dass bestimmte Stückelungen häufiger gefälscht werden als andere. Besonders betroffen sind:
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20-Euro-Scheine
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50-Euro-Scheine
Diese Banknoten werden im Alltag am häufigsten genutzt und wechseln oft den Besitzer. Daher empfiehlt es sich, sie bei Barzahlungen kurz auf Papierqualität, Wasserzeichen und optische Farbeffekte zu prüfen – gerade dann, wenn sie als Wechselgeld oder bei privaten Transaktionen erhalten werden.
Was tun, wenn Sie Falschgeld erhalten?
Viele Betroffene fragen sich: Bekommt man Falschgeld ersetzt?
Die Antwort lautet leider: nein. Weder Banken noch Behörden ersetzen gefälschte Geldscheine.
Wenn Sie den Verdacht haben, Falschgeld erhalten zu haben:
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geben Sie den Geldschein nicht weiter,
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merken Sie sich möglichst, woher der Schein stammt,
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wenden Sie sich an Ihre Bank oder die Polizei.
So tragen Sie dazu bei, weitere Schäden zu vermeiden und Fälschungen aus dem Umlauf zu ziehen.
Falschgeld unwissentlich weitergeben: rechtliche Folgen.
Das unwissentliches Annehmen oder Weitergeben von Falschgeld ist zunächst nicht strafbar, solange keine Kenntnis über die Fälschung bestand. Sobald jedoch erkannt wird, dass es sich um Falschgeld handelt, darf der Geldschein keinesfalls weitergegeben werden.
Wer einen gefälschten Geldschein trotz dieses Wissens in Umlauf bringt, macht sich strafbar. Deshalb ist es wichtig, Geldscheine bei Zweifeln frühzeitig zu prüfen und im Verdachtsfall richtig zu handeln.
Fazit: Aufmerksamkeit schützt vor finanziellen Verlusten.
Falschgeld zu erkennen ist keine Frage von Fachwissen, sondern vor allem von Aufmerksamkeit. Wer weiß, woran sich Falschgeld erkennen lässt, kann Geldscheine sicher prüfen und finanzielle Verluste sowie rechtliche Risiken vermeiden.
Gerade Menschen, die im Alltag häufig bar bezahlen – darunter auch viele ältere Personen – sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, mit Falschgeld in Kontakt zu kommen. Um vorhandenes Vermögen gezielt zu sichern, ist es daher besonders wichtig, Banknoten aufmerksam zu prüfen und Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen.
Die Kombination aus einfachen Prüfmethoden und – bei Bedarf – technischen Hilfsmitteln sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit. So bleibt Bargeld ein verlässliches Zahlungsmittel, für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen.