Notgroschen: Wie viele Monatsgehälter als Reserve sinnvoll sind.
Das Wichtigste in Kürze:
- Experten empfehlen drei bis sechs Monatsgehälter als finanzielle Reserve.
- Rücklagen sollten sicher und jederzeit verfügbar sein, z. B. auf einem Tagesgeldkonto.
- Regelmäßiges Sparen und Sonderzahlungen helfen beim Aufbau eines Notgroschens.
Was ist ein Notgroschen und warum ist er wichtig?
Ein Notgroschen ist eine finanzielle Reserve, die Ihnen in Krisensituationen wie plötzlichem Einkommensverlust, unerwarteten Reparaturen oder medizinischen Notfällen Sicherheit bietet. Er verhindert, dass Sie auf teure Kredite zurückgreifen oder langfristige Anlagen auflösen müssen. Damit ist der Notgroschen ein essenzieller Baustein Ihrer finanziellen Unabhängigkeit.
Wie hoch sollte der Notgroschen sein?
Wie viele Monatsgehälter man sparen sollte, kommt auf die individuelle Lebenssituation an. Die allgemeine Empfehlung lautet, einen Notgroschen in Höhe von drei bis sechs Monatsgehältern pro Person anzulegen.
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Lebenssituation |
Empfohlene Rücklage |
|---|---|
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Singles |
3 Monatsgehälter |
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Paare ohne Kinder |
insgesamt 4–5 Monatsgehälter |
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Familien mit Kindern |
insgesamt 6 Monatsgehälter |
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Selbstständige |
9–12 Monatsgehälter |
Wie berechne ich die Höhe meines Notgroschens?
Berücksichtigen Sie Ihre monatlichen Fixkosten:
- Miete und Nebenkosten
- Lebensmittel
- Versicherungen
- Kreditraten
- Mobilitätskosten
Die 50-30-20-Regel kann Orientierung für die Haushaltsplanung und die Spar- und Investment-Rate bieten.
Was ist, wenn ich mir keinen großen Notgroschen leisten kann?
Falls Sie Schwierigkeiten haben, größere Beträge zu sparen, beginnen Sie mit kleinen Schritten. Sparen Sie beispielsweise 5 % Ihres Einkommens und erhöhen Sie die Rate schrittweise. Auch kleine Beträge summieren sich mit der Zeit.
Beispielrechnung:
Ein Single mit monatlichen Fixkosten von 1.500 € benötigt 4.500 € (3 Monatsgehälter). Eine Familie mit 3.000 € Fixkosten sollte 18.000 € (6 Monatsgehälter) einplanen.
Wie baue ich meinen Notgroschen auf?
Einen Notgroschen aufzubauen, erfordert Disziplin und eine klare Strategie. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Rücklagen systematisch und ohne großen Aufwand aufbauen.
Hier sind die wichtigsten Schritte:
- Ziel festlegen:
Berechnen Sie zunächst, wie hoch Ihr Notgroschen sein sollte. Orientieren Sie sich dabei an Ihren monatlichen Fixkosten und Ihrer Lebenssituation. - Monatliche Sparrate definieren:
Eine Sparrate von 5–10 % Ihres Nettoeinkommens ist ein guter Ausgangspunkt. Wenn Sie beispielsweise 2.000 € netto verdienen, sollten Sie monatlich 100–200 € zur Seite legen. Falls das zu viel erscheint, starten Sie mit kleineren Beträgen und steigern Sie diese schrittweise. - Automatisieren:
Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der monatlich einen festen Betrag auf ein separates Tagesgeldkonto überweist. Automatisiertes Sparen sorgt dafür, dass Sie Ihr Ziel konsequent verfolgen, ohne aktiv daran denken zu müssen. - Sonderzahlungen nutzen:
Zusätzliche Einnahmen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Steuererstattungen oder Geburtstagsgeschenke sind eine ideale Möglichkeit, Ihren Notgroschen schneller aufzubauen. Überweisen Sie diese Beträge direkt auf Ihr Rücklagenkonto. - Haushaltsbuch führen:
Analysieren Sie Ihre monatlichen Ausgaben, um Einsparpotenziale zu identifizieren. Oftmals lassen sich durch kleine Anpassungen, wie den Verzicht auf unnötige Abos oder das Reduzieren von Ausgaben für Freizeitaktivitäten, zusätzliche Mittel für den Notgroschen freimachen. - Motivation durch Etappenziele:
Setzen Sie sich kleine, erreichbare Zwischenziele, z. B. das Ansparen eines Monatsgehalts innerhalb von sechs Monaten. Belohnen Sie sich für das Erreichen dieser Etappen, um motiviert zu bleiben.
Wie lange dauert der Aufbau eines Notgroschens?
Die Dauer hängt von Ihrer Sparrate und Ihrem Ziel ab. Mit einer Sparrate von 10 % Ihres Nettoeinkommens können Sie in etwa 2,5 Jahren 3 Monatsgehälter ansparen. Nutzen Sie Sonderzahlungen, um den Prozess zu beschleunigen.
Beispiel:
- Monatliches Einkommen: 2.000 € netto
- Sparrate: 10 % (200 € monatlich)
- Ziel: 6.000 € (3 Monatsgehälter)
- Dauer: 30 Monate (2,5 Jahre)
| Was tun, wenn der Notgroschen aufgebraucht ist? |
|---|
| Nach der Nutzung des Notgroschens ist es wichtig, ihn so schnell wie möglich wieder aufzufüllen. Priorisieren Sie dies in Ihrem Budget und nutzen Sie Sonderzahlungen, um die Rücklage schneller wiederherzustellen. Ein Haushaltsbuch kann dabei helfen, die notwendigen Mittel freizusetzen. |
Wo sollte der Notgroschen aufbewahrt werden?
Ein Notgroschen dient dazu, finanzielle Engpässe schnell und unkompliziert zu überbrücken. Daher ist es wichtig, dass Ihre Rücklagen sicher, flexibel und jederzeit verfügbar sind. Die Wahl des richtigen Aufbewahrungsortes ist entscheidend, um diese Anforderungen zu erfüllen.
Das Tagesgeldkonto: Eine passende Lösung.
Ein Tagesgeldkonto ist die erste Wahl für die Aufbewahrung Ihres Notgroschens. Es kombiniert Sicherheit, Flexibilität und eine geringe, aber verlässliche Verzinsung.
- Schneller Zugriff: Sie können jederzeit auf Ihr Geld zugreifen, ohne Kündigungsfristen oder Einschränkungen.
- Sicherheit: Ihre Einlagen sind bis zu 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
- Trennung vom Hauptkonto: Da das Tagesgeldkonto separat geführt wird, ist Ihr Notgroschen klar von Ihren alltäglichen Finanzen getrennt. Das hilft, Versuchungen zu widerstehen, das Geld für andere Zwecke zu nutzen.
- Übrigens: Mit dem Tagesgeldkonto der Volkswagen Bank profitieren Sie von flexiblen Sparmöglichkeiten, attraktiven Zinsen und hoher Sicherheit – Ihr Guthaben bleibt zudem jederzeit verfügbar.
Neben dem Tagesgeldkonto gibt es weitere Möglichkeiten, Ihren Notgroschen aufzubewahren. Ein separates Girokonto kann beispielsweise eine einfache Lösung sein, um Ihren Notgroschen von Ihren alltäglichen Finanzen zu trennen. Allerdings erhalten Sie hier in der Regel keine Zinsen.
Tipps für den Notgroschen.
- Trennen Sie den Notgroschen vom Hauptkonto: Um zu vermeiden, dass Sie Ihre Rücklagen versehentlich für andere Zwecke nutzen, sollten Sie diese immer auf einem separaten Konto aufbewahren.
- Kombinieren Sie verschiedene Konten: Wenn Sie eine größere Rücklage planen, können Sie den Notgroschen aufteilen. Beispielsweise mit dem Drei-Konten-Modell. Nutzen Sie ein Girokonto für laufende Ausgaben, ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen und ein separates Depot für langfristige Investments.
- Überprüfen Sie Ihre Rücklagen regelmäßig: Passen Sie die Höhe Ihres Notgroschens an Ihre aktuellen Lebensumstände und Ausgaben an. So stellen Sie sicher, dass Ihre Rücklagen immer ausreichend sind. Ein Haushaltsbuch hilft, Ausgaben zu analysieren und Einsparpotenziale zu erkennen.
- Psychologische Hürden überwinden: Setzen Sie sich kleine, erreichbare Sparziele, um motiviert zu bleiben.